VORWORT

In einer Zeit fortschreitender Säkularisierungsprozesse, zunehmender Kirchenaustritte und gleichzeitig wachsender Orientierungslosigkeit, begleitet von Missbrauchsskandalen, scheinbar omnipotenten Medien, einer verbreiteten Esoterikeuphorie und einer (auch darum ?) allzu häufig souveränen Unkenntnis in theologicis, ist es für alle Lehrenden des Faches "Religion" immer wieder eine Herausforderung, den Schüler(inne)n der gymnasialen Oberstufe das Thema "Jesus Christus" auf angemessene Weise zu vermitteln.

Aber was heißt hier "angemessen" ? Nicht selten erwartet die Lehrkraft im Religionsunterricht eine große Zahl mittelmäßig bis gar nicht an der Sache interessierter Schüler/innen, deren Aufmerksamkeit, Teilnahmebereitschaft und persönliche Offenheit zu gewinnen keine leichte Aufgabe ist. Die vielfach durchgeführte Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur und damit der gestiegene Leistungsdruck, der immer wieder nicht ungern vollzogene Wechsel zum Fach "Ethik", Vakanzen fachlicher Art, die "Verwechslung" von kirchlichem Alltagsgeschehen mit Glaubenswahrheiten und biblischen Inhalten, die Verabsolutierung von Technik und Naturwissenschaft und etliche weitere Faktoren lassen, wie es scheint, dem Mann aus Nazaret heute bei vielen wenig Spielraum.

Diese Situation - die Schule ist bekanntlich in vieler Hinsicht ein Abbild der Gesellschaft - spiegeln treffend die von Zeit zu Zeit durchgeführten repräsentativen Umfragen (z.B. "Welche religiösen Vorstellungen verbinden Sie mit Ostern ?"), bei denen nicht selten erschreckende bzw. blamable Resultate zu Tage treten. Erschreckend auch deswegen, weil allzu häufig vergessen wird, dass der Religionsunterricht nicht nur Glaubensinhalte vermittelt, sondern darüber hinaus zahllose kulturgeschichtliche Mosaiksteine enthält, auf denen unsere abendländische Geschichte seit über zweitausend Jahren beruht.

Aus vielerlei großenteils auch administrativ, traditionalistisch und kirchenpolitisch bedingten Ursachen ist an dem geschilderten Status quo zumindest vorerst keine grundsätzliche Änderung zu erwarten. Vielleicht können gerade deswegen die in den vorgelegten achtzehn Modulen zur Verfügung gestellten bescheidenen Bausteine den oft allein auf weiter Flur unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen eine zusätzliche Hilfe dabei sein, den Unterricht auf profunder sachlicher Basis kreativ und innovativ zu gestalten, dadurch bei den Schüler(inne)n die Neugier und die Lust am Mitmachen zu wecken und somit nicht zuletzt auch das Interesse am Fach "Religion" wieder neu zu beleben.

Zu diesen Bausteinen, denen sich das vorliegende Unterrichtsmodell verpflichtet weiß, gehören nachfolgende Überlegungen:

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"Glauben" heißt "vertrauen". Es bedeutet kein zwanghaftes Fürwahrhalten von bestimmten Inhalten der christlichen Tradition (Beispiel: Das biologistische Verständnis der Lehre von der Jungfrauengeburt).2

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Die Unterrichtsmodule sind vom neutestamentlichen Textbezug her an der Übersetzung der BasisBibel ausgerichtet und, jeweils eingeleitet durch eine Vorschau, nach dem bewährten drei-gliedrigen.Strukturprinzip.aus."Arbeitsblatt",."Kopiervorlagen".und."Stundenverlaufsbe-schreibungen" eingeteilt.
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Dettenhausen/Tübingen, im September 2017
Uwe Stamer

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